Daten öffentlich, frei verfügbar und nutzbar zu machen für mehr Transparenz, Innovation und Effizienz — das ist Open Data.

Opendata.ch ist die Schweizer Sektion der Open Knowledge Foundation.
Wir entwickeln Positionen und Projekte und tragen sie in die Medien.

Trotz Ablehnung im Ständerat: die OGD-Motion von Edith Graf-Litscher war ein voller Erfolg!

| 20. Jun 2014 | in National | Keine Kommentare

 

Edith Graf Litscher, NR SP TG

Bekanntlich wurde die OGD-Motion 11.3871 von Edith Graf-Litscher am 12. Juni im Ständerat behandelt und mit 11 zu 25 Stimmen abgelehnt (siehe Protokollauszug).  Die vorberatende  Staatspolitische Kommission hatte die Ablehnung mit 7 zu 0 Stimmen (bei drei Enthaltungen) beantragt, „nicht weil sie deren Ziele ablehnen würde, sondern weil sie sie als erfüllt erachtet.“ (siehe Bericht der SPK-S vom 11.4.2014, Seite 3).

Trotz dieser „technischen“ Ablehnung der Motion und dem missverständlichen Signal des Ständerates, stellt die Motion von Edith einen grossen Erfolg für die Open Data Bewegung in der Schweiz dar. Ohne diese Motion und die anderen OGD-bezogenen Vorstösse der Parlamentarischen Gruppe Digitale Nachhaltigkeit Parldigi gäbe es weder das OGD-Portal www.opendata.admin.ch noch die OGD-Strategie Schweiz 2014 – 2018  oder die vorliegende Open Data-orientierte Revision des Meteogesetzes. Dafür möchte ich Edith und allen, die bei diesen Vorstössen mitgeholfen haben, ganz herzlich danken!

André Golliez
Präsident Opendata.ch

Data Activists Demand: Mr. Blatter, Tear Down This Wall!

At the first International Sports Hackdays in Basel, Sierre and Milan, over 120 developers and designers, journalists and scientists, professionals and amateurs came together to prototype new approaches to make creative use of sports data. They built new types of hardware, new interfaces for fitness equipment and spectator apps, analysed Tour de France performances and FC Basel’s tactics, sport education policies, infrastructures and much more – and brought the spirit of open innovation and creative technology use to the field of sports.

 

Desktop of a participant, sketching and prototyping a Tour de France data visualization

Desktop of a participant, sketching and prototyping a Tour de France data visualization.

Project visualizing the intensity and tendency of a football match with the color and brightness of two lightbulbs

Project Secondlamp is visualizing the intensity and tendency of a football match with the color and brightness of two light bulbs.

 

While open government data has become an established force for transparency, efficiency and innovation in the public sector, the world of sports stands at a beginning: even though there’s so much passion, even though there’s so much potential, sports data often remain in the closed coffers of functionaries. Last weekend, the International Sports Hackdays were just one successful play to change this game, just one step towards opening up sports to data, and sports data to the world. Therefore: Mr. Blatter, tear down this wall, make FIFA’s data available to all!

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Innovative Open Data Apps von Studierenden der Uni Bern

| 23. Mai 2014 | in Apps, Bern | Keine Kommentare

apps

Im Rahmen der Vorlesung “Open Data: Datenmanagement und Visualisierung” der Forschungsstelle Digitale Nachhaltigkeit an der Universität Bern haben gestern 29 Studierenden-Teams ihre innovativen Resultate präsentiert. Die entwickelten Apps und Grafiken basieren vorwiegend auf der Open Source JavaScript-Bibliothek D3.js und visualisieren Daten von zahlreichen Plattformen, Behörden, Firmen und anderen Organisationen.

Die folgende Liste zeigt die Resultate, wo bereits verfügbar sind die Rohdaten verlinkt.

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Open Data Update und Events 2014

| 27. Apr 2014 | in Event | Keine Kommentare

Es gibt viele Neuigkeiten in Sachen Open Data in der Schweiz, und viele davon sind sehr gut! Das Wichtigste in der Folge in aller Kürze.

OpenDataFastForwardBundesrat beschliesst Open Government Data Strategie Schweiz
Angestossen durch die Arbeit im Parlament wurde in den letzten Monaten in beeindruckendem Tempo und grosser fachlicher Tiefe eine OGD Strategie Schweiz 2014-2018 erarbeitet, die am 16. April 2014 vom Bundesrat verabschiedet wurde. Opendata.ch hat daran massgeblich mitgearbeitet und begrüsst den Entscheid klar. Besonders freuen wir uns natürlich auf die Umsetzung, die wir aktiv begleiten und mit gestalten wollen. Alles weitere in unserem Blogpost zum Bundesrats-Entscheid.

Sport Hackdays in Basel und Sierre
Am 23./24. Mai – zeitgleich zum Champions League Final – finden die nächsten make.opendata.ch-Hackdays statt – in Basel und Sierre. Das Thema heisst “Sport” – Daten und Sport, darin steckt ein riesiges Potenzial, auch für Open Data. Wir haben spannende Datensätze gesammelt und laden Gestalter, Entwickler, Sportler und Experten nach Basel und Sierre ein! Die Sport Hackdays finden zeitgleich auch in Milano, London und ev. auch in Wien statt. Dieser Ball rollt nicht an euch vorbei, darum jetzt mehr erfahren und anmelden!

Opendata.ch Konferenz 2014
Wie jedes Jahr seit 2011 veranstaltet Opendata.ch eine Konferenz, um den Stand der Dinge festzuhalten und die weitere Entwicklung zu beschleunigen. Nach Genf 2013 ist nun wieder die Deutschschweiz an der Reihe: Am 18. September 2014, Opendata.ch Konferenz 2014, im Volkshaus Zürich! Und über Mittag: die Generalversammlung unseres Vereins. Mehr Details zum Programm und zur Teilnahme folgen, Vorschläge nehmen wir ab sofort entgegen.

Herzlichen Dank für eure Unterstützung, und bis in Kürze in Basel, Sierre und/oder in Zürich!

Bundesrat beschliesst Open Government Data Strategie

| 16. Apr 2014 | in National | 2 Kommentare

An seiner heutigen Sitzung hat der Bundesrat die Open Government Data-Strategie Schweiz 2014–2018 verabschiedet. Der Verein Opendata.ch und die parlamentarische Gruppe Digitale Nachhaltigkeit sind sehr erfreut über dieses klare Zeichen für offene Behördendaten in der Schweiz.

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Die Open Government Data-Strategie ist das Ergebnis eines alle Departemente umfassenden Prozesses, unter engem Einbezug der föderalen Ebenen und der Open Data Bewegung. Sie bestätigt die Anliegen der Open Data Community und entspricht den politischen Vorstössen, die in Zusammenhang mit OGD in den letzten zweieinhalb Jahren auf nationaler Ebene eingereicht wurden.

Zeichen der Zeit erkannt

Balthasar Glättli, Nationalrat und Mitglied des Kernteams von Parldigi, der Parlamentarischen Gruppe für Digitale Nachhaltigkeit, anerkennt: “Der Bundesrat hat die Zeichen der Zeit erkannt und eine mutige, zukunftsweisende Strategie vorgelegt.”

Der Verein Opendata.ch, die Open Data Community und die parlamentarische Gruppe Digitale Nachhaltigkeit freuen sich auf eine rasche Umsetzung der Strategie auf allen föderalen Ebenen und insbesondere auch auf die weitere konstruktive Zusammenarbeit über Behörden-, Sprach- und andere Grenzen hinweg.

Interessen der Datennutzer vertreten

Opendata.ch wird die nächsten Schritte eng begleiten und sich mit Nachdruck für die Interessen der Datennutzer in Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur einsetzen.

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Links:

Kontakt:

Sports Hackdays: Ready, Steady, Go!

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Sport is fun, sport is healthy, sport is a business – and sport is data, too. Scores and and times, athletic performance over time, passes played from A to B in real time, your own bicycle rides: there is more and more data for more and more of sports, and more is becoming open data, too!

It therefore is time to kick off the first International Sports Hackdays: two days of data wrangling, visualizing games and working on apps that matter to fans and athletes alike, to improve, to have fun, and to win.

Taking place on 23-24 May as a global event, the hackdays will be headquartered in Basel, Switzerland, with local nodes being planned all over Europe.

Right now we are collecting open data, we are negotiating with international sports organizations (so many of them are in Switzerland!), we are assembling teams of developers, designers, journalists and athletes, and we’re convinced this is going to be a huge win for everybody!

Come play as well and sign up now to participate at one of the following nodes:

PS: Guess what’s taking place at the end of these two days? The finale of  UEFA Champions League! That’s the opportunity to relax together as well as to demo, for example, a live data analysis of the game!

Supporting Partners:

   

Prestigious institutions are committing to open up sports data from their domain. Have some data you want to publish, bringing the power of open data innovation to your organization as well? We’re here to help!

21. Februar: Open Data Date!

Opendata.ch und Hacks/Hackers laden ein und fragen Bund, Kanton, Community und Medien: wo stehen wir in Sachen Open Data?

Vor dem internationalen Open Data Day am 22. Februar treffen wir uns, um die Lage der Daten-Nation Schweiz zu sprechen. Wo stehen wir, wie und wohin geht es weiter? Tamedia stellt freundlicherweise die Räumlichkeiten zur Verfügung und bietet Getränke und Snacks.

Update (2. Mai 2014): Bericht zum Anlass

Die Teilnahme stellt jedem offen, doch die Plätze sind begrenzt. Es gilt: first come, first served. Wer sich anmeldet, der sollte bitte auch kommen – sonst nimmt er jemandem den Platz weg.

WoTamedia, Werdstrasse 21, 8004 Zürich
Wann: 21. Februar 2014, 18 Uhr
Was: Prominente Vertreter der Verwaltung und der Open Data Community, Datenjournalisten, Designer und engagierte Entwickler treffen sich, um zu schauen wo wir stehen und wie es weitergeht. Statt eines ganzen Open Data Days machen wir nur ein Open Data Date: ein gutes Gespräch am Abend, mit Speis und Trank. Und wer will so ein Date schon verpassen!

Unfallkarte.ch: Transparenz versus Privatsphäre?

Warum das Bundesamt für Strassen seinen Datenschatz mit allen teilen sollte.

Unfallkarte.ch macht Schlagzeilen die Tage: erstmals ist plakativ aufbereitet und interaktiv zugänglich, wo in der Schweiz Verkehrsunfälle passieren. Die Karte ist beeindruckend, die Zahlen (8’639 Schwerverletzte! 659 Tote! 874’223’663.- Sachschaden!) ebenso. Und die Schlagzeilen (“Romands doppelt so oft betrunken am Steuer!”, “Am gefährlichsten: der Gubrist!” ) verkauften fraglos das eine oder andere Exemplar der gemeinsam dahinter stehenden Tamedia-Zeitungen SonntagsZeitung, Le Matin Dimanche und Tages-Anzeiger.

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Dahinter steht ein Schatz von Daten, erfasst von Polizisten und zusammengetragen durch das Bundesamt für Strassen ASTRA. Detailliert sagen die Daten aus, wo es wie gekracht hat, ob Velofahrer, Fussgänger oder Lastwagen und so weiter involviert waren und wann wo was und wer wie stark zu Schaden kam. Selbst Angaben zu den Ursachen der Unfälle, etwa ob Alkohol im Spiel war, sind dort ersichtlich; allerdings in so genannte “Cluster” zusammengefasst, nicht auf einzelne Fälle heruntergebrochen.

Diese Daten sind wichtig. Sie helfen dabei, das Schweizer Verkehrsnetz und -verhalten besser zu verstehen, Risiken abzuschätzen und Prioritäten zu setzen. Und sie unterfüttern die zu oft mit zu viel Leidenschaft geführte Debatte um fahrbare Untersätze, der Führung von Schnell- und Langsamverkehr oder die Diskussion um Infrastrukturprojekte mit Fakten.

Nun hat die Tamedia damit einen, wie es unter Journalisten heisst, Scoop gelandet, einen Primeur, den die konkurrenzierenden Medien nur mehr zitierend mitverfolgen konnten – ein Glanzstück in Sachen Datenjournalismus, und ein Hinweis darauf, wie sich die Hebelwirkung eines Medienhauses nutzen lässt. Das ist ein vielversprechendes Signal für unsere Medienlandschaft – und es dürfte sich nur um einen Anfang handeln.

Doch was von Polizisten erfasst und vom Amt für Strassen zusammengetragen wurde, ist Bürgern nicht zugänglich. Die Daten wurden zwar mit Steuergeldern finanziert, doch sie sind nicht offen. Sie wurden in diesem Fall für Tamedia lizenziert, Dritten ohne explizite amtliche Erlaubnis ist die Verwendung nicht gestattet – diese Daten gehören also nicht dem Bürger, sondern dem Amt, das entscheidet, wer wie wo damit was anfangen darf.

In der Diskussion um die Öffnung von Datensätzen werden in der Regel meist dieselben Gründe angeführt: „zu teuer”, “zu kompliziert”, “kann missverstanden werden” und viele andere mehr. Im Falle des ASTRA lautet das Argument, man befürchte, dass publizierte Daten die Privatsphäre von Bürgern verletzen könnten .

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Diese Befürchtung ist auch der Grund dafür, dass die erwähnten Unfallursachen nur gruppiert als Cluster auf unfallkarte.ch zusammengefasst werden. Klickt man eine einzelne Position an, verschwinden die Angaben zum Hergang. Wäre die Unfallursache jeweils gelistet, so befürchtet das ASTRA, könnte die interaktive Karte dazu benutzt werden, Verunfallte an den Pranger zu stellen. Die Boulevardmedien zum Beispiel könnten den Zeitpunkt aller durch Alkohol verursachten Unfälle untersuchen und mit Polizei-Meldungen verknüpfen, um Politikern Trunkenheit am Steuer nachzuweisen.

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Geschieht also in der Wohngemeinde ein Unfall, könnte man im Web die Ursache prüfen. Konkret: im Fall eines alkoholisierten Autofahrers, der ein Kind zu Tode fährt, heikel werden. Plötzlich haben es die trauernden Eltern Schwarz auf Weiss, oder eben Pixel neben Pixel, warum ihr Kind sterben musste. Das vielleicht noch bevor irgendwelche Gerichtsurteile gefällt sind.

Es ist entsprechend durchaus nachvollziehbar, dass das ASTRA angesichts solcher Schreckensszenarien seine Daten nur ungern herausrückt.

Dennoch sollte sich das Amt und die Schweizer Öffentlichkeit folgende Fragen nochmals eingehend prüfen: Sollte ein Politiker, der trunken am Steuer erwischt wird, auf seine Privatsphäre pochen dürfen? Könnte ein oben genannter Fall überhaupt eintreten, wenn die Daten einer Unfallursache, wie im Falle von Unfallkarte.ch, ein Jahr später zugänglich gemacht werden? Können die Daten nicht auf eine Art und Weise zugänglich gemacht werden, die solcherlei Gefahren minimieren?

Und ganz grundsätzlich: wie stark ist das Argument zu gewichten, dass wer bereits viel weiss dank offenen Daten zu mehr wissen kommen kann, als er haben sollte? Sprich: natürlich ist es so, dass wer viele anonymisierte Quellen hat, Schlüsse ziehen kann, die die Anonymisierung teilweise wieder aufhebt. Ist das aber ein Argument, keine Daten zu veröffentlichen? Lässt sich mit diesem Restrisiko restriktive Datenpolitik rechtfertigen? Könnte die öffentliche Hand, könnte die gesamte Schweiz nicht sehr viel mehr davon profitieren, wenn das ASTRA seine Daten öffnen würde? Für alle, und nicht nur für Tamedia?

Auftakt für OpenGLAM in der Schweiz

| 25. Sep 2013 | in Event, National | Keine Kommentare

Der folgende Blog-Beitrag wurde von Beat Estermann (Berner Fachhochschule) im Anschluss an das OpenGLAM Panel anlässlich der OKCon 2013 letzte Woche in Genf verfasst.

„GLAM“ (engl. „Galleries, Libraries, Archives, and Museums“) steht als Sammelbegriff für Gedächtnisinstitutionen, also für Museen, Archive, Bibliotheken und ähnliche Organisationen. Bei OpenGLAM geht es darum, Gedächtnisinstitutionen, welche unser kulturelles Erbe bewahren, aufbereiten und an künftige Generationen weitervermitteln, für die Wissensgesellschaft zu öffnen, um möglichst viele ihrer Bestände der Allgemeinheit zur Nutzung und Weiterverwendung zur Verfügung zu stellen. Diesen Öffnungsprozess unter Gedächtnisinstitutionen zu fördern, ist das Ziel der OpenGLAM Initiative der Open Knowledge Foundation.

OKCon2013- OpenGLAM Workshop 001
[Foto: Maarten Brinkerink, CC-by-sa]


OpenGLAM Prinzipien in Genf erstmals vorgestellt

Anlässlich der OKCon in Genf wurden erstmals die OpenGLAM-Prinzipien einem breiteren Publikum vorgestellt. Die Prinzipien dienen der Bewegung als Orientierungshilfe für ihre Aktivitäten. Von „offenen“ GLAM-Institutionen wird folgendes erwartet:

Sie stellen Informationen über ihre Überlieferungsobjekte (Metadaten) mittels einer geeigneten Lizenz […] in die Public Domain.
Sie behalten digitale Reproduktionen von Werken, deren Urheberrechtsfrist abgelaufen ist (Public-Domain-Werke), in der Public Domain, indem sie keine neuen Rechtsansprüche geltend machen.
Wenn sie Daten veröffentlichen, stellen sie klar, welche Art von Nutzung und Wiederverwendung der Daten aus ihrer Sicht erwünscht ist. […] Wenn sie Daten veröffentlichen, verwenden sie „offene“ Dateiformate, welche maschinenlesbar sind.
Sie nehmen Gelegenheiten wahr, um im Internet neuartige Zugänge zu ihren Zielgruppen zu schaffen.

Mehr dazu auf der OpenGLAM-Website: OpenGLAM Prinzipien

OKCon2013- OpenGLAM Workshop 007
[Foto: Maarten Brinkerink, CC-by-sa]


Internationaler Austausch

Die internationale OpenGLAM Working Group nutzte die OKCon zudem, um den Austausch zwischen den OpenGLAM-Aktivisten in den einzelnen Ländern zu pflegen und im Hinblick auf den Aufbau einer OpenGLAM-Arbeitsgruppe für die Schweiz die ersten Schritte einzuleiten.

Neben internationalen GLAM-Vertretern und Vertretern der Open Data / Open Knowledge-Bewegung beteiligten sich auch mehrere Vertreter von Schweizer Gedächtnisinstitutionen am GLAM-Workshop. Folgende Punkte wurden von den Teilnehmenden als wichtigste Herausforderungen identifiziert, auf die in der nächsten Zeit das Augenmerk gelegt werden soll:

  • breiterer Einbezug der Communities
  • Erarbeitung/Anwendung von rechtlichen und technischen Standards
  • Kooperation mit Wikipedia/Wikimedia
  • Austausch von Dokumenten, Argumentarien und Statistiken
  • bessere Anerkennung der Leistungen von GLAM-Institutionen, welche ihre Bestände öffnen
  • Realisierung von „Quick Wins“, um an Dynamik zu gewinnen

Weitere Informationen zum Workshop inklusive aller Präsentationen sind auf dem OpenGLAM-Blog zu finden.


Nächste Schritte in der Schweiz

Für die Schweiz wurde vom Verein opendata.ch anlässlich der OKCon die Schaffung einer OpenGLAM-Arbeitsgruppe in Aussicht gestellt. Diese soll Vertreter von NGOs, GLAM-Institutionen und Forschungsinstitutionen umfassen und die Umsetzung der OpenGLAM-Prinzipien in der Schweiz vorwärts bringen.

Ebenso soll ein OpenGLAM-Netzwerk ins Leben gerufen werden. Es wird Gedächtnisinstitutionen verbinden, welche sich hinter die OpenGLAM-Prinzipen stellen, über die Entwicklungen im OpenGLAM-Bereich auf dem Laufenden bleiben wollen und sich vorstellen können, aktiv mit der Free Knowledge / Open Data-Bewegung zusammenzuarbeiten. Für Institutionen, welche bereits konkrete Projekte umsetzen, wird das Netzwerk Möglichkeiten bieten, ihre Erfahrungen mit anderen Institutionen zu teilen und über ihre Innovationstätigkeit zu berichten. Die Lancierung des Netzwerks findet voraussichtlich 2014 statt.

OKCon 2013: nur kurzes Innehalten nach dem grossen Erfolg

OKCon 2013 Rufus Pollock

Vom 16.-18. September  wurde Genf zum Dreh- und Angelpunkt der globalen Open Data Bewegung, mit über 900 registrierten Besuchern aus mehr als 45 Ländern war die Open Knowledge Conference 2013 ein Erfolg auf jeder Ebene. Der weltweit wichtigste Open Data Anlass des Jahres regte über 15’000 Meldungen auf Twitter an, wurde “Trending Topic” bis nach Washington und löste auch in den nationalen Medien grosses Echo aus. NZZ und Tages-Anzeiger, SonntagsZeitung und TagesWoche24heures und SRF waren vor Ort und berichteten ausgiebig.

Zu den Schweizer Highlights gehörten sicherlich der Launch des OGD-Pilotportals der Bundesverwaltung, ebenso wie eine beindruckende Breite und Tiefe an fachlichen Beiträgen aus den Institutionen aus Bern, Zürich und Genf, nicht zuletzt auch der UNO und des CERN. Grosses internationales Aufsehen erregten zudem die Beiträge von Ellen Miller und Jay Naidoo.

Jay Naidoo gehörte zu den Weggefährten Mandelas und hatte als dessen Kommunikationsminister entscheidenden Anteil an der Gestaltung der Rahmenbedingungen für das rasante Wachstum des Mobilfunks in Afrika. Heute kämpft er gegen Unterernährung und Korruption, zwei eng miteinander verknüpfte Übel.

In seiner Zusammenfassung spricht Naidoo von seinen Eindrücken von der OKCon: “These are young digital warriors. They are connected. Their weapon is the internet. Their enemy is corruption. And they are here to bring a revolution of ethics into the 21st century.” – doch noch eindrücklicher ist sein Vortrag selbst:

 

 

Ellen Miller, Leiterin und Mitgründerin der in den USA bahnbrechende Arbeit leistenden Transparenzorganisation Sunlight Foundation sorgte für ein weiteres Highlight – der Inhalt ihrer Präsentation ging via Twitter, Facebook und Liveübertragung in Windeseile um die Welt. Miller sprach von der grundsätzlich staatspolitischen Herausforderung, die Sie mittels Open Government Data angeht, von der entscheidenden Bedeutung des Themas, das weit mehr ist als ein IT- oder Effizienzthema: nicht um “E-Government” gehe es hier, sondern um “We-Government”!

Neben vielen weiteren Videomitschnitten findet  sich auch Ellen Millers Vortrag bereits online:

 

 

Vertreter von Opendata.ch, die zusammen mit der internationalen Open Knowledge Foundation den Anlass organisierten, äusserten sich überwältigt von den Tagen rund um die Konferenz: die Entscheide in Bern, die Lancierung von opendata.admin.ch, das umfangreiche Medienecho und die intensive Konferenz in Genf brachten ihr Anliegen in kurzer Zeit grosse und entscheidende Schritte voran.

André Golliez, Präsident von Opendata.ch, stellte fest:

“Mit der OKCon 2013 entwickelt sich Open Knowledge auch in der Schweiz zu einer starken gesellschaftspolitischen Bewegung, die sich in alle Bereiche der öffentlichen Wissensproduktion und -nutzung ausbreitet: in Verwaltung, in Unternehmen des öffentlichen Sektors, in Medien sowie in Wissenschaft, Bildung und Kultur.”

Hannes Gassert, Vizepräsident von Opendata.ch, fügte an:

“Die OKCon 2013 war nicht nur der weltweit wichtigste Open Data Anlass des Jahres, sondern auch ein Meilenstein für Open Data – in der Schweiz ebenso wie für die globale Bewegung. Bei den Vereinten Nationen in Genf, in Bundesbern und den Schweizer Medien ist das Thema fest etabliert. Als Organisation geht Opendata.ch nun massiv gestärkt die nächsten Herausforderungen an.”

Während in Genf die Weltbank eine umfangreiche Partnerschaft für Open Data in Entwicklungsländern anstiess, stand auch Bern alles anderes still: Der Nationalrat hat nach der Annahme des Postulats Riklin vor zwei Wochen, das einen Masterplan für Open Government fordert, gestern Abend, 23. September 2013, ebenfalls – der Motion Graf-Litscher, die drei konkrete Massnahmen zur Öffnung der Datenbestände des Bundes fordert, zugestimmt. Das Geschäft geht nun in den Ständerat, wo es voraussichtlich in der Wintersession behandelt wird.

Zum Innehalten und Zurückblicken auf den grossen Erfolg bleibt entsprechend wenig Zeit: auch in der Schweiz hat die Open Knowledge Bewegung nun volle Fahrt aufgenommen. Der erste Meilenstein liegt hinter uns, doch ist die erst ein Anfang. Die Open Government Data Strategie der Schweiz muss definiert werden, weitere Anlässe – wie zum Beispiel die Open Data Zurich Hacknights – stehen an, und eine Vielzahl von Geschichten will geschrieben werden. Es geht um nichts weniger als um das künftige Wesen der Informationsgesellschaft, um nichts weniger als die zeitgemässe Interpretation von Transparenz und Mitbestimmung.

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