Gewinner des Open Data Student Award 2019
- Student Award

Am 4. Juli 2019 haben wir am neunten jährlichen Opendata.ch Forum die Gewinner des Opendata Student Award 2019 bekannt gegeben.
Zuallererst möchten wir allen Teilnehmenden für ihren Einsatz danken, mit dem sie all die tollen Projekte entwickelt haben, die am letztjährigen Wettbewerb teilgenommen haben. Alle eure Ideen waren sehr inspirierend und auf ihre Weise einzigartig, und jede und jeder von euch hat mit dem Einsatz, offene Daten zu nutzen, neu zu veröffentlichen und zu fördern, einen wertvollen Beitrag zu unserem Anliegen geleistet.
Unsere Jury hatte einerseits in den letzten Wochen das grosse Vergnügen, alle eure Projekte durchzugehen. Andererseits musste sie die sehr schwierige Entscheidung treffen, ein Projekt als endgültigen Gewinner auszuwählen. Doch am Ende ist ein Entscheid gefallen:
Herzliche Gratulation an Daniel Laumer und Hasret Gümgümcü und ihr Projekt UrbanX – Stadtplanung in Mixed Reality. Die beiden Studierenden der ETH Zürich, die derzeit ihren MSc in Geomatik-Ingenieurwesen absolvieren, haben mit ihrem Projekt aussergewöhnliche Kreativität, technisches Know-how und Weitblick bewiesen. Das Projekt erfüllte alle Kriterien des Awards: Es analysiert und nutzt eine wichtige und doch alltägliche Datenquelle und verbindet sie mit neuen, spannenden technologischen Möglichkeiten, bringt der Öffentlichkeit einen klaren Nutzen und zeigt so die Anwendbarkeit offener Daten im Alltag.
«Die Open Data Community sucht nach Antworten auf die Frage, wie sich die Vielfalt der Datensätze besser darstellen lässt – wie man ihnen sozusagen neue Kleider anzieht. Der Hitchhiker’s Guide to Swiss Open Government Data ist ein Projekt, das den Weg in eine solche Richtung weist.»
Die vollständige Liste aller Eingaben findet ihr unten:
Projekte 2019
1. Entwicklung eines Index zur Messung der Datenqualität veröffentlichter Open Government Data: Erkenntnisse aus opendata.swiss.
Ein häufiges Problem bei OGD ist, dass Standards dafür fehlen, wie Daten auf offenen Plattformen veröffentlicht werden. Das verwendete Format ist nicht immer maschinenlesbar (z. B. PDF), die Beschreibungen der Daten (d. h. die Metadaten) sind nicht vollständig, oder die Weiterverwendung der Daten ist an Bedingungen geknüpft (z. B. Lizenz oder Nutzungskosten). Das Projekt umfasst die Erstellung eines Compliance-Index zur Analyse der Schweizer OGD-Plattform opendata.swiss, um die Einhaltung von Good-Practice-Standards bei der Veröffentlichung von OGD zu messen.
2. UrbanX – Stadtplanung in Mixed Reality
UrbanX ist eine HoloLens-Anwendung für effiziente und interaktive Stadtplanung in einer Mixed-Reality-Umgebung mit offenen Daten der Stadt Zürich. In Kombination mit der Microsoft HoloLens, einer kürzlich entwickelten, am Kopf getragenen Mixed-Reality-Datenbrille, mit der man virtuelle Hologramme in der realen Welt platzieren und über bestimmte Gesten mit ihnen interagieren kann, soll die Anwendung die Gebäude im gewünschten Gebiet anzeigen und den Zugriff auf die Attribute jedes Objekts einfach und intuitiv ermöglichen.
UrbanX – Stadtplanung in Mixed Reality
3. Infrastruktur-Störungs-Cockpit Bernmobil
Eine Webanwendung in Form eines Online-Cockpits, auf dem man auf einen Blick Kennzahlen und Informationen zu Infrastrukturstörungen von Bernmobil sieht. Die App nutzt dafür offene Infrastrukturdaten von Bernmobil.
4. Trockenstress: Wie die zunehmende Trockenheit unsere Schweizer Wälder beeinträchtigt
Starke Trockenheit hat grossen Einfluss auf die Vitalität der Wälder, weil sie die Photosynthese verunmöglicht und so die Sterblichkeit der Wälder erhöht. Die App Trockenstress visualisiert Trockenheitsdaten der Schweizer Wälder des Bundesamts für Umwelt (BAFU) und stellt sie einfach und aussagekräftig dar, sodass sowohl ein Gesamteindruck als auch eine detaillierte Vertiefung möglich sind.
5. Water Fountains
Eine Web-App, die Wikidata, Wikimedia Commons und OpenStreetMap als Datenquellen nutzt und mit der man die nächstgelegenen Trinkbrunnen finden oder sogar berühmte Brunnen mit Bildergalerien, Videos und Links zu Wikipedia entdecken kann. Die Idee ist, die Menschen dazu zu bringen, keine Plastikflaschen mehr zu kaufen und stattdessen lokales Wasser zu geniessen.
6. ÖV-Güteklassen 2018: Neue Methodik zur Beurteilung der ÖV-Erschliessung
Die heute vom Bundesamt für Raumentwicklung (ARE) anerkannte Bestimmung der ÖV-Güteklassen beruht auf einer Schweizer Norm von 1993, die inzwischen ersetzt worden ist. Die neu entwickelten ÖV-Güteklassen 2018 vereinen die Erkenntnisse einiger kantonaler Lösungen und verbessern sie mit den heutigen technischen Möglichkeiten, mit dem Ziel, eine allgemeingültige Bestimmung für die Schweiz zu schaffen.
7. Gleich für gleich: geschlechtsspezifische Lohnentwicklung in der Schweiz
Transparenz kann Lohndiskriminierung unter anderem aufgrund von Herkunft, Geschlecht oder Aufenthaltsstatus entgegenwirken. Die App will Lohnunterschiede zwischen den beiden Geschlechtern auf einen Blick sichtbar und möglichst vielen Menschen zugänglich machen. Sie tut dies, indem sie es ermöglicht, die Lohnentwicklung und die Entwicklung der Lohnlücke über die Jahre 2008 bis 2016 zu verfolgen.
Lohnentwicklung in der Schweiz seit 2008
8. Strukturwandel in der Landwirtschaft
Der stetige Rückgang der Landwirtschaftsbetriebe in der ganzen Schweiz ist seit einigen Jahren ein wiederkehrendes Thema, wobei vor allem kleine Betriebe darunter leiden. Die Webanwendung «Strukturwandel in der Landwirtschaft» bringt den Leserinnen und Lesern das Thema mit einer spielerischen, interaktiven Visualisierung der Schweizer Landwirtschaftsbetriebe der letzten 35 Jahre näher.
Strukturwandel in der Landwirtschaft
9. Schweizer Volksinitiativen im Kontext der Zeit
Eine Visualisierung der Volksinitiativen seit 1860, mit einer Aufschlüsselung der Themen nach angenommenen und abgelehnten Vorlagen, gibt einen tieferen Einblick in das Abstimmungsverhalten des Schweizer Volkes und veranschaulicht, dass der historische Kontext einen erheblichen Einfluss hat.
