UPU-Hackathon macht erstmals internationale Postdaten zugänglich

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Fotos: UPU

Der Weltpostverein (UPU) – die UNO-Sonderorganisation für die internationale Zusammenarbeit im Postwesen –  hat seinen ersten Postdaten-Hackathon durchgeführt und dabei erstmals überhaupt Daten der UPU, von UNO-Partnern und von 30 Postbetreibern für die gemeinsame Analyse und die Entwicklung datengestützter Lösungen mit Partnern innerhalb und ausserhalb des Postsektors zugänglich gemacht. Wir hatten das Vergnügen, die UPU bei der Moderation zu unterstützen.

Der Hackathon unter dem Motto «Unlocking the value of postal data» fand am 23. und 24. Juni am Hauptsitz der UPU in Bern statt. Fast 60 Teilnehmende aus UNO-Organisationen, Hochschulen, Unternehmen und Postbetrieben aus mehr als 20 Ländern kamen zusammen, um Daten auszuwerten und innovative Lösungen zu finden, die die Effizienz und Nachhaltigkeit des internationalen Postnetzes verbessern.

Der Postal Data Hackathon wurde von der UPU mit Unterstützung der La Poste Group (Frankreich), des Mitglieds des UPU-Beratungsausschusses Eurora, der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne (EPFL) und der ITU organisiert. Moderiert wurde er von uns (Opendata.ch), mit Beiträgen von Datenpartnern, darunter die Internationale Zivilluftfahrtorganisation (ICAO) und die Statistikabteilung der Vereinten Nationen.

«Ihr Enthusiasmus, an diesem allerersten Hackathon der UPU teilzunehmen, spiegelt ein gemeinsames Engagement für Zusammenarbeit, Innovation und die Kraft des kollektiven Wissens», sagte UPU-Generaldirektor Masahiko Metoki an der Eröffnung des Hackathons am 23. Juni.

«Die UPU erkennt das enorme Potenzial, das in Postdaten steckt – deshalb haben wir diesen bahnbrechenden Hackathon ins Leben gerufen, um dieses Potenzial zu erschliessen, drängende Herausforderungen anzugehen und den Weg für eine stärker vernetzte, effizientere und nachhaltigere Zukunft zu ebnen.»

Die Teilnehmenden des Hackathons trafen sich am Freitagmorgen gut gelaunt und voller Enthusiasmus. UPU-Generaldirektor Masahiko Metoki begrüsste die Teilnehmenden und gab den Startschuss für den Hackathon. Nachdem das Team von Opendata.ch die Werkzeuge und den Ablauf erklärt hatte, ging es an die Teambildung. Alle Challenges des UPU-Hackathons finden Sie auf unserer Hack-Plattform. Die Fotos des Anlasses sind hier verfügbar und dürfen unter Nennung der UPU frei verwendet werden.

Fotos: UPU

Die Teilnehmenden arbeiteten in multifunktionalen und multidisziplinären Gruppen aus Data Scientists, Entwicklerinnen, Business-Managern und Personen mit ergänzenden Fähigkeiten an ambitionierten Aufgaben zu drängenden Fragen.  Sie hatten Zugang zu einer breiten Palette von UPU-Datenquellen, darunter Sendungsverfolgungsdaten, globale Adressdaten mit Geokoordinaten, Länderstatistiken, UPU-Standards, Luftfahrtdaten der ICAO und Daten von UN Comtrade. Keine der Datenquellen enthielt Personendaten. Wir haben die UPU gerne auf ihrem Weg zu mehr Offenheit unterstützt.

Ein vom Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) und der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH Zürich) geleitetes Team befasste sich mit der Plastikverschmutzung und damit, wie die Verknüpfung von Plastik- und Postdatensätzen helfen kann, den Plastik-Fussabdruck nachzuverfolgen und Anreize zu seiner Verringerung zu schaffen.

Fotos: UPU

Ein weiteres Team unter der Leitung von Poste Italiane kombinierte offene Daten mit Daten der UPU, um eine Webanwendung zu entwickeln, die Postsendungen besser sichtbar und nachverfolgbar macht. Durch genaue Vorhersagen der Zustellwege und die Optimierung der Zustellrouten kann die Lösung helfen, die Laufzeit zu verkürzen und so die Kundenzufriedenheit zu erhöhen.

InfoNetworks und die Global Legal Entity Identifier Foundation (GLEIF) leiteten ein Team, das sich auf die Verbesserung der Sicherheit und Effizienz der grenzüberschreitenden Zustellung konzentrierte. Durch die Verknüpfung sicherer digitaler Identitäten mit vertrauenswürdigen Postdaten untersuchten sie, wie massgebliche Datenquellen stärker miteinander abgeglichen werden können, und prüften einen möglichen dynamischen (bidirektionalen) Datenaustausch, um die Genauigkeit ihrer Lösung insgesamt zu verbessern.

Der unverbundenen Vielzahl von Datensätzen, die verschiedene Organisationen entlang der Lieferkette verwenden, nahm sich ein Team unter der Leitung von GS1, Mitglied des UPU-Beratungsausschusses, an. Ziel war es, die Kommunikation über den Stand von Zustellungen klarer zu machen. Die vorgeschlagene Lösung, Sync Code, ist das Konzept eines globalen Standards, mit dem strukturierte Daten in einen 2D-Barcode aufgenommen werden können, was deren Interpretation durch jede Partei unabhängig von ihrer Herkunft erleichtert.

Zum Abschluss des Anlasses zeigte sich der stellvertretende UPU-Generaldirektor Marjan Osvald zuversichtlich, dass die in den zwei Hackathon-Tagen entstandenen Ideen die Grundlage für mögliche Durchbrüche gelegt haben, die die Zukunft der Postdienste weltweit prägen werden: «Ich möchte die Bedeutung der internationalen Postdaten hervorheben, die an diesem Hackathon erstmals überhaupt zur Verfügung gestellt wurden. Der Zugang zu den Daten der UPU sowie die Beiträge von 30 Postbetreibern und die Daten der UNO-Partner waren ein Wendepunkt. Die Erkenntnisse und Analysen aus dieser Fülle an Informationen werden zweifellos datengestützte Lösungen vorantreiben und den Weg zu einem effizienteren und nachhaltigeren Postnetz ebnen.»

Der Anlass endete mit einem Apéro auf der prächtigen Terrasse des UPU-Hauptgebäudes. Das Wetter spielte mit, sodass wir sogar die Sonne geniessen und auf der Dachterrasse Tischtennis spielen konnten. Wir freuen uns schon auf die nächste Ausgabe des UPU Postal Hackathon.

Fotos: UPU