Entdeckt 8 Beiträge dazu, wie man Licht auf unsichtbare Daten wirft

  • Forum
  • Student Award

opendata.ch/2021 Forum: Shedding Light on the Invisible Data

Am 12. Oktober (was sich anfühlt, als wäre es erst gerade gewesen) fand unser 11. jährliches Forum online statt. Nach vielen Änderungen in der Organisation des Anlasses (wir gingen von vollständig online zu vollständig vor Ort und wieder zurück zu vollständig online) und obwohl die Empfehlungen des BAG etwas lockerer waren, haben wir uns entschieden, es vollständig online durchzuführen – in der Hoffnung, am 23. Juni 2022 (Save the Date) ein Forum vor Ort abhalten zu können. 

Unser grösster Dank geht an alle, besonders aber an unsere Referentinnen und Referenten, Teilnehmenden und Sponsoren für ihr Verständnis und ihre erfreuliche Mitwirkung.

Abgesehen davon sind wir wirklich stolz auf den dicht gefüllten Nachmittag, den wir unseren über 80 Teilnehmenden bieten konnten, und sprühen noch immer vor Ideen, die wir mit nach Hause nehmen konnten – inspiriert von der Forschung und den praktischen Erfahrungen, die unsere Referentinnen und Referenten mit uns geteilt haben.

Alle Referierenden hatten 20–25 Minuten Zeit, um über ihre Forschung, ihr Projekt oder neue Erkenntnisse zu sprechen – ganz im Zeichen von «Shedding Light on the Invisible Data». Zuerst hörten wir André Streilein von swisstopo darüber sprechen, wie sie ihre Daten der Öffentlichkeit zugänglich gemacht haben und welche Kraft in der Kartografie steckt. Tori Boeck von der Technologie Stiftung Berlin erklärte uns, wie Prototyping auf der Grundlage offener Daten öffentliche Institutionen inspirieren und ihnen Mehrwert bringen kann. Dann ging es nach New York City, wo Andrew Young von The GovLab über die dritte Welle offener Daten und die Bedeutung von Data Stewardship sprach (pssst, das könnte bei unserem nächsten Forum eine Rolle spielen). 

Danach folgte der zweite Block des Forums – Crisis Mapping und die Macht der Kartierung. Doug Specht von der University of Westminster sprach über die Gefahren, Menschen maschinenlesbar zu machen und der Illusion der Vollständigkeit zu erliegen. Für viele ein Vortrag, der die Augen öffnete, denn die Datenerhebung in ländlichen, männerdominierten Gemeinschaften oder anderen marginalisierten Regionen liefert oft kein ausgewogenes Bild der Bevölkerung, ihrer Bedürfnisse, Wünsche und sozialen Stellung. Abgerundet wurden diese Eindrücke durch ein Gespräch zwischen Monika Halkort von der Universität Wien und Darienne Hunziker von Opendata.ch – über die Datenerhebung in Konfliktgebieten und darüber, wie Geodaten dazu beitragen könnten, humanitäre Hilfe und Unterstützung im Mittelmeer zu fördern. Insbesondere darüber, dass sie bisher keinerlei Beitrag dazu geleistet haben, (braune) Körper vor dem Ertrinken zu retten, während diese Menschen eine bessere Zukunft suchten. Einer unserer politischeren und emotional aufwühlenderen Einblicke in die Schattenseiten der Datenerhebung. 

Im dritten Block drehte sich alles um Gesundheit, Wissenschaft und Datenerhebung bei Gesundheitsthemen. Professor Marcel Salathé von der EPFL sprach darüber, wie Daten partizipativ erhoben und geteilt werden können, ohne die Privatsphäre zu gefährden. Er stellte uns sein neuestes Projekt vor – einen Ernährungstracker – und erläuterte den Prozess der Datenerhebung. Auf ihn folgte Aidan Peppinvom Ada Lovelace Institute, der über die Schwierigkeit sprach, Grenzen für Gesundheitsdaten zu definieren, und über das Potenzial von Data Stewardship. Zu guter Letzt zeigte uns Simone Pengue den Trailer zu seinem faszinierenden Dokumentarfilm «Forgotten Data: the Leftovers of Science» und erzählte vom Entstehungsprozess des Films und von seinen Gefühlen als Wissenschaftler, der von der «Neuerfindung des Rades» bei jedem Forschungsprojekt betroffen ist. 

Alle Vorträge findet ihr hier. 

Wir danken allen unseren Sponsoren und Partnern, die diese Achterbahnfahrt von einer Veranstaltungsorganisation möglich gemacht haben.