GLAMhack 2021 – kreatives und vergnügliches Hacken

  • GLAM

Die 7. Ausgabe des Swiss Open Cultural Data Hackathon, durchgeführt als Online-Anlass und organisiert mit Unterstützung der ETH-Bibliothek, fand vom 16. bis 17. April statt. Innerhalb von zwei Tagen entstanden 17 neue Projekte mit Kulturdaten. Mit rund 75 aktiven Teilnehmenden war der Online-Anlass ein voller Erfolg.

Auch wenn wir bedauerten, dass der diesjährige GLAMhack erneut nicht vor Ort stattfinden konnte, blieb die Begeisterung der GLAM-Community für den jährlichen Hackathon ungebrochen. Stimmung, Atmosphäre und Teamgeist übertrafen unsere (ohnehin hohen) Erwartungen. Es war schön, viele bekannte Gesichter aus früheren Hackathons und viele neue zu sehen. Die Ergebnisse des diesjährigen Hackathons stellen wir nachfolgend vor:

helvetiX: An XR guide to Helvetia will römischen Händlern oder Legionären auf der Reise ins antike Helvetien einen immersiven Virtual-Reality-Führer bieten. (Auf Latein, versteht sich.) Das Projekt beruht auf der Tabula Peutingeriana, einem illustrierten Itinerarium (einer antiken römischen Strassenkarte), das den Verlauf des cursus publicus zeigt, des Strassennetzes des Römischen Reichs. 

Der Collection Chatbot: Silverfish ist ein interaktiver Chatbot, der durch die Sammlung der Stiftung für Kunst, Kultur und Geschichte führt und anhand der Eingaben der Nutzerinnen und Nutzer Objekte empfiehlt. So entsteht ein erzählerisches Erlebnis der Sammlung. Den Prototyp kann man auf Telegram ausprobieren: https://t.me/SilverFishGlamBot 

Ein weiteres Projekt befasste sich mit der räumlichen Entwicklung einer Museumssammlung. Das Projekt kartiert die Herkunftsorte der Sammlung des Museums der Kulturen Basel und gibt so einen Überblick über die Sammeltätigkeit des Museums in den vergangenen 121 Jahren: https://hackathon21.netlify.app/ 

Ein Spaziergang durch Zürich um 1910 lässt einen anhand der Bilder des Fotografen Friedrich Ruef-Hirt (1873-1927) einen Bummel entlang der Langstrasse erleben. Das Video des Spaziergangs lässt sich online ansehen.

1971 and all that – das Frauenstimmrecht in der Schweiz analysierte einschlägige Zeitungsartikel, um zu sehen, wie sich der Diskurs über das Frauenstimmrecht im Lauf der Zeit verändert hat.

Deploy Looted-Art Detector ist eine Weiterentwicklung des am GLAMhack 2020 entstandenen Looted-Art Detector, der hilft, Raubkunst in Kunstsammlungen aufzuspüren. Hier kann man ihn ausprobieren: https://artdata.pythonanywhere.com

Ein weiteres Projekt aus dem Vorjahr, das weiterentwickelt wurde, war Culture In-Time 2. Mithilfe von Linked Open Data lassen sich damit vergangene und künftige Veranstaltungen entdecken.

Das Team rund um Nachtschicht 21, eine 3D-, Virtual-Reality- und Kunstausstellung, schuf begleitend zur Galerieausstellung einen VR-Raum mit zeitgenössischen Kunstwerken junger Schweizer Künstlerinnen und Künstler.

Wikidata Tutorial Factory ist eine Website mit Wikidata-Tutorials für Gedächtnisinstitutionen. Während des Hackathons entstanden mehrere Tutorial-Skripte sowie Tutorials in vier Sprachen.

Ein weiteres Projekt rund um Wikidata und andere Wiki-Projekte war das WikiCommons metadata analysis tool, das die Metadaten im Quellsystem einer GLAM-Institution (z. B. E-Pics Bildarchiv Online) mit jenen auf Wikimedia Commons vergleicht und die Unterschiede auflistet.

Archived-Data-Driver hilft, Daten zu verstehen: mit einem Werkzeug, das auf den Servern von Open-Data-Anbietern, aber auch auf einem lokalen Computer laufen kann und automatisch eine Übersicht über die Dateien und Bilder samt einigen zusammenfassenden Statistiken erstellt.

Die Pellaton Experience ist ein Projekt, das über sechzehn Stunden Interviews mit der Tanzhistorikerin Ursula Pelleton nicht linear erschliessen und mit ergänzenden Informationen anreichern will.

Der St. Galler Globus ist ein weiteres Projekt, das bestehendes Material mit digitalen Lösungen anreichern will, um die Geschichten und den historischen Kontext des Globus einem breiteren, an «Scientainment» interessierten Publikum zugänglich zu machen.

Mit Making digitised scores audible machte ein Projekt die in e-rara und anderen Datenbanken verfügbaren digitalen Partituren zugänglicher, indem es Audiodateien erzeugte – so kann man sie nicht nur lesen, sondern auch hören.

Ein weiteres Projekt mit e-rara arbeitete daran, Formeln in alten wissenschaftlichen Werken besser lesbar und durchsuchbar zu machen. e-rara: Recognizing mathematical Formulas and Tables hilft der OCR (optischen Zeichenerkennung), auch die Formeln zu transkribieren.

heARTful – Art & Emotions lässt Menschen die Gefühle der auf Gemälden dargestellten Personen beurteilen. Das Projekt zeigt zudem, wie andere das Gemälde beurteilen, und liefert zusätzliche Informationen zu den Gemälden und ihren Urheberinnen und Urhebern.

The scene lives! Gemeint ist die Demoszene. Es entstand ein offener Datensatz zu Demoszene-Produktionen, der Werke der Demoszene von den Anfängen bis heute zeigt.

Die Projekte befinden sich in unterschiedlichen Entwicklungsstadien, von Skizzen bis zu ausgereiften Prototypen; wir sind gespannt auf ihre weitere Entwicklung und freuen uns auf den GLAMhack im nächsten Jahr.

Hackathon-Teilnehmende halten gelbe Gegenstände in die Kamera