Welche Daten braucht die Schweizer Wirtschaft von der Verwaltung?

Ankündigungsbild von opendata.ch für «Welche Daten braucht die Schweizer Wirtschaft von der Verwaltung?»

30. Oktober 2018, 17:30–19:00 @ Impact Hub Zürich, Loft Corner (4. Stock), Sihlquai 133, 8005 Zürich

Veranstaltet von Opendata.ch, Swiss Data Alliance

Im Anschluss an ihre Mitgliederversammlung lud die Swiss Data Alliance am 30. Oktober 2018 in den Loft Corner des Impact Hub Zürich zu ihrer Herbstveranstaltung über Government Data ein. Ausgangspunkt war die Feststellung, dass die Verwaltung umfangreiche, hochwertige Daten erhebt, die auch der Wirtschaft als Entscheidungsgrundlage nützen könnten – dass aber nie systematisch erhoben wurde, welche Daten die Wirtschaft tatsächlich braucht und ob opendata.swiss diesen Bedürfnissen entspricht. Der Saal war voll.

Michel Huissoud, Direktor der Eidgenössischen Finanzkontrolle, zeigte an Registern wie dem Handelsregister, wie schwer eine einheitliche Datensicht im föderalistischen Staat ist, und warnte vor einer faktischen Privatisierung offener Daten durch private Anbieter, die sie besser aufbereiten. Andreas Kellerhals, OGD-Delegierter des EDI, stellte die OGD-Strategie des Bundes 2019–2023 vor: «Open by default» sei nicht durchgesetzt, Datenschutz und Föderalismus würden zu Totschlagargumenten, und die Wirtschaft nutze opendata.swiss nur bescheiden – sein Appell: «Unterstützen Sie die öffentlichen Verwaltungen bei der Publikation nützlicher Daten.»

Im Panel unter der Leitung von Christian Laux, Vizepräsident der Swiss Data Alliance, zeigten Giulia Fitzpatrick, Carmelo Iantosca (AXA), Jean-Marc Hensch (Swico) und Erich Herzog (economiesuisse), dass sich der Datenbedarf der Wirtschaft so wenig planen lässt wie Innovation – gerade darum sei «Open Data by Default» grundlegend. Gefordert wurden Datenethik, Labordenken, Data Literacy und Schnittstellen in beide Richtungen; die Swiss Data Alliance warb für ein knappes Bundesgesetz zum «Swiss Data Space». Als Fazit blieb, dass der Dialog zwischen Verwaltung und Wirtschaft gefördert werden muss; die Swiss Data Alliance bot sich dafür als Forum an.

Dokumentation und Aufzeichnungen

Programm

  1. 17:30
    Inputreferat: «Government Data: Die pseudo-offenen Register des Staates»

    Am Beispiel von Registern wie dem Handelsregister: die Mühe einer einheitlichen Datensicht im föderalistischen Staat – und die faktische Privatisierung offener Daten durch private Anbieter, die sie besser aufbereiten (Stichwort Moneyhouse).

    Michel HuissoudDirektor Eidgenössische Finanzkontrolle
  2. Inputreferat: «OGD-Strategie des Bundes 2019–2023»

    Ziele der Strategie – «open by default», Koordination, eine Open-Data-Kultur – und die Hürden: kein einheitlicher Datenbegriff, Datenschutz und Föderalismus als Totschlagargumente, Platz 47 im internationalen Vergleich. Appell an die Wirtschaft: «Unterstützen Sie die öffentlichen Verwaltungen bei der Publikation nützlicher Daten.»

    Andreas KellerhalsOpen-Government-Data-Delegierter, Eidgenössisches Departement des Innern EDI
  3. –19:00
    Panel: Welche Daten braucht die Schweizer Wirtschaft von der Verwaltung?

    Kann die Wirtschaft formulieren, was sie braucht? Braucht sie überhaupt mehr Daten vom Staat? Und hilft ein knappes Rahmengesetz zum «Swiss Data Space»? Der Datenbedarf entsteht ad hoc wie Innovation – darum ist «Open Data by Default» grundlegend. Fazit: Der Dialog zwischen Verwaltung und Wirtschaft muss gefördert werden.

    Carmelo IantoscaChief Data Officer AXAJean-Marc HenschGeschäftsführer SwicoGiulia FitzpatrickSelbstständige Unternehmerin, ex MD UBS IT & InnovatorErich HerzogStv. Leiter Wettbewerb & Regulatorisches, economiesuisseChristian LauxVizepräsident Swiss Data Alliance (Moderation)