OpenGLAM an der «Museumsnacht» in Basel

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NACHHALTIGKEIT ist eines der Themen, mit denen sich der Swiss Open Cultural Data Hackathon befasst: Was geschieht nach dem Hackathon mit den Hackathon-Projekten? Wie lässt sich sicherstellen, dass die Projekte weiterentwickelt und nicht ganz aufgegeben werden? Wie macht man sie einem breiteren Publikum bekannt? Die «Museumsnächte», die übers Jahr in verschiedenen Schweizer Städten stattfinden, bieten interessante Plattformen, um die Nachhaltigkeit von Hackathon-Projekten und ihre Aufnahme beim Publikum zu untersuchen.

Es ist ein Freitagabend Mitte Januar. Das Kirchenschiff der Barfüsserkirche, Sitz des Historischen Museums Basel, ist kaum wiederzuerkennen: Eine Wolke aus weissen Ballons schwebt über den mittelalterlichen Skulpturen, die neben der Bühne mit den zahlreichen Darbietungen des Abends versammelt sind. Das Licht ist gedämpft, die Musik nicht. Gleich beim Eingang tauchen Menschen mit Virtual-Reality-Brillen in einen unsichtbaren Raum ein. Sie besuchen eine virtuelle Ausstellung.

Foto: Databases and Information Systems (DBIS) Group, Universität Basel.

Die virtuelle Ausstellung ist eine neue Version eines Projekts, das an unserem GLAMhack 2018 im Schweizerischen Nationalmuseum entwickelt wurde. «Walking around the Globe – VR Picture Expedition», wie es ursprünglich hiess, hatte bei den GLAMhack Awards die Kategorie «Brand New» gewonnen. Einige Mitglieder des Projektteams, alle im Studiengang Informatik der Universität Basel, ergriffen die Initiative, ihr Projekt an der Museumsnacht zu präsentieren. Die ursprüngliche Ausstellung wurde stark verändert, indem die ursprünglichen Exponate durch Objekte aus den eigenen Sammlungen des Historischen Museums ersetzt wurden: Fotografien, Drucke und Gemälde, die allesamt die Barfüsserkirche zeigen. Zusätzlich zu den Bildern stellte das Museum erläuternde Beschriftungen zur Verfügung, die neben den Exponaten an die virtuellen Wände «gehängt» wurden.

Um die Besucherinnen und Besucher über den Kontext, in dem das Projekt entstanden ist, sowie über die Ideen und Ziele von OpenGLAM zu informieren, organisierte OpenGLAM.ch einen Stand mit Plakaten, auf denen die fünf Prinzipien von OpenGLAM aufgeführt waren. Auf einem Bildschirm wurden Videos der Schlusspräsentationen der Hackathon-Projekte 2018 gezeigt, und die Besuchenden konnten Postkarten mit Informationen über OpenGLAM.ch mit nach Hause nehmen. Viele Leute zeigten Interesse daran, wofür OpenGLAM steht.

Foto: Historisches Museum Basel, Natascha Jansen.

Die Museumsnacht scheint eine ideale Plattform zu sein, um ein Publikum mit interaktiven Projekten anzusprechen, besonders mit solchen, die neue Technologien wie VR-Brillen einsetzen. Gemessen an den Leuten, die Schlange standen, um sie auszuprobieren, war die VR-Ausstellung ein grosser Erfolg. In diesem Fall bot der Anlass dem Team auch einen Anlass, sein Projekt weiterzuentwickeln – mit neuen Daten und in Zusammenarbeit mit neuen Partnern. «Walking around the Globe – VR Picture Expedition» ist daher ein sehr schönes Beispiel für das Leben eines Hackathon-Projekts nach dem Hackathon.

Die Museumsnacht Basel fand am Freitag, 18. Januar 2019, statt. 10’000 Besucherinnen und Besucher kamen zwischen 18 und 4 Uhr in die Barfüsserkirche.